On the Road again

Auf der Reise nach Norden machen wir auf unterschiedlichen Campingplätzen einen Zwischenhalt. Auswählen tun wir sie zum einen über die Webseite nordcamp.no oder indem wir einen Campingplatz anfahren und uns vor Ort anschauen.

So haben wir drei Tage auf dem Holmset Camping in der Nähe von Sjøåsen an einem flachen Fluss verbracht. Ein absolut toller Ort. Wir haben da Wanderungen abseits jeglicher Wanderwege gemacht – gezwungenermassen, da es keine Wanderwege gab…

Die Aussicht und das Panorama waren am Schluss wunderprächtig.

Danach ging es weiter auf der Strasse. Einem Campingplatz mussten wir eine Absage machen, nachdem wir das Häuschen gesehen hatten. Es war eigentlich gar nicht schlecht, aber dermassen abgelegen, dass wir für alles gleich das Auto hätten nehmen müssen. Also führen wir weiter. Jetzt sind wir in Korgen auf einem Campingplatz und haben dieses Häuschen gemietet…

Es ist eigentlich schon fast ein Ferienhäuschen mit zwei Schlafräumen, Küche, Bad und Stube. Aber wie man sieht, habe ich trotzdem in unserem „Ofen“ gegrillt. Und zwar eines der Besten Entercôtes, die wir je gegessen hatten. Ein dunkles Fleisch, zwar durchzogen mit Fetteinschlüssen, zart und einen Gut hatte es. Aus dem Norwegischen mit Google übersetzt hiess es aber ganz profan „Rindsentercôte ohne Knochen“…

Und nein, davon haben wir kein Foto gemacht! Ganz für uns behalten …

Einziger Wehrmutstropfen, obwohl wir an einem typischen Lachsfluss sind, dürfen wir nicht fischen. Da der Fluss regeneriert werden müsse, sei die Angelsaison eng begrenzt und beginne erst am 1. Juli 😞. Ich habe nun im Coop Prix frischen Fisch gekauft, dies war zumindest ein sicherer Fang 😊.

Living@Trondheim

Architektonisch ist im jüngeren Trondheim das Hafenquartier erwähnenswert. Es wurde aus Teilen alter Gebäude und ehemaliger Fabrikbrachen neu aufgebaut, mit modernem Wohnraum und trendiger Ausgeh- und Einkaufmeile versehen.

In diesem Quartier sind die dicksten „Schlitten“ Boote, respektive Jachten.

Und wer in Norwegen ein trendiges Auto fahren will, fährt eines der folgenden oder ein ähnliches – und das tun auffallend viele Norweger. Dementsprechend sind etliche Parkbuchten so ausgestattet…

Sykkelheisen Trampe

Oder in Neudeutsch „The Bicycle Lift“. Man sehe und staune…

Allerdings ist dies auch genau der richtige Ort für einen Lift! Um diesen Weg mit einer Steigung von gut 18% mit dem Velo hochzukommen, gibt nur zwei Möglichkeiten.

Variante 1
Variante 2

Wer den Velolift erfunden hat, weiss ich nicht. Aber er ist effektiv – allerdings sieht es auch ein wenig anstrengend aus. Und wer beim Hochfahren aus dem Gleichgewicht kommt, sollte schleunigst die Bremsen betätigen – was nicht jedem sofort in den Sinn gekommen ist, wenn man dann das Resultat ab Boden sieht😂.

Auszug aus Wikipedia: Die Geschwindigkeit des Skirail CycloCable beträgt 7,4 km/h, also etwa 2,05 m/s, woraus sich rechnerisch über 130 m Strecke eine Reisezeit von 63 Sekunden ergibt. Die durchschnittliche Steigung beträgt 18 %, woraus sich gut 23 m Höhenunterschied über 130 m ergeben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrradlift

Trondheim

Velkommen til Trondheim

Wir sind weitergezogen, weg aus der nassen Ecke Norwegens von Bergen und Kristiansund, ein wenig weiter in den Norden nach Trondheim (gut 180‘000 Einwohner) – eine spannende Stadt am Trondheimfjord, nahe der Küste zum Europäischen Nordmeer – und es war heute richtig Sommer.

Das Foto zum Fjord hin von der Bakka Bru (Bukka Brücke), die über den Nidelva Fluss führt, hat es gleich zum Titelfoto geschafft.

Wie die nachfolgende Bildergalerie zeigt, bietet Trondheim viel und ist eine junge, belebte Stadt. Einkaufsbummel, Flanieren, in einer Gartenbeiz einen Apéro nehmen, kein Problem, wäre die Auswahl nicht so riesig…

Am Meer, so zu sagen, sind wir dann standesgemäss Fisch – rohen Fisch essen gegangen. Oh Mann, war das lecker.

… fand auch Steffi 👍

Eine Bootsfahrt

Heute hatte ich kein Glück beim Fischen. Der erste Fisch wand sich vom Haken und der zweite Fisch nahm den Köder dann gleich mit 🤔. Zumindest konnte ich heute mehrere Stunden die Sonne am Fiord geniessen.

Danach entschlossen Steffi und ich eine Bootsfahrt zusammen mit den Hunden zu machen. Wie man auf den Fotos sieht hatten wir alle Spass – naja, zumindest Steffi und ich. Die Hunde wusste noch nicht so recht was sie von dem wankenden Boot halten sollten…

Aber Übung macht die Hunde-Meister!

Halsaunastan

So heisst der Ort unseres jetzigen Wohnsitzes für ein paar Tage. Die Reise dahin von Herand hat uns über 679 km durch Täler, Hochebenen, Berg und über Seen und Fiorde geführt.

Eigentlich wäre angefacht gewesen, dass wir für diese Reise drei Tage fahren und erst am Sonntag ankommen. Aber wir waren gut unterwegs und durften dann das Häuschen bereits heute Samstag beziehen. Danke lieber Vermieter.

Das Foto habe ich jetzt um 23.10 Uhr aus dem Wohnzimmer gemacht. Ein erster Eindruck. Weitere werden folgen…

Worüber wir weniger berichten werden, war unsere Übernachtung im Radisson Blue im Beitostølen Helsesportsenter. Ein eher teurer Reinfall, allerdings mit Top-Frühstück. Wenigestens konnten wir über den Berg weiterfahren trotz Schneefall. Der Pass wurde glücklicherweise nicht gesperrt, sonst hätten wir einen Mehrhundertkilometerweitenumweg nehmen müssen 😅 …

Letzter Abend in Herand…

Letzter Abend im Haus in Herand und leerer Kühlschrank. Ja, das hat nach einem Besuch im einzigen Restaurant in Herand gerufen. Ob es offen hat, weiss man, wenn ein Täfelchen „15 – 22h“ draussen hängt. Glücklicherweise war es am Donnerstagabend, trotz Auffahrt, der Fall.

Wir gingen also an diesem Abend ins Restaurant. Wissend all der guten Ratschläge, die andere Norwegen-Reisende uns mitgegebene haben. Nun, einige sind uns widerfahren andere nicht – da sie zumindest im entlegenen Herand nicht stimmen, darüber aber später mehr.

Man kann es kurz machen. Ein tolles Restaurant, das nicht geheizt werden kann, herzliche Bedienung, die lieber zwei mal läuft und wenn gleich vor uns eine Gruppe mit 6 Erwachsenen und 10 Kindern reingehen, dann wartet man auf seine Pizza eine gute Stunde. Ach ja, die Karte besteht nur aus Pizza. Eine Seite auf Norwegisch, eine Seite auch Englisch. Wir waren nicht die einzigen Gäste, die verdutzt eine dritte Seite suchten – es gab nur Pizza, basta. Ein Engländer fragte noch, ob man vielleicht einen Grünen Salat bekommen könnte, nein. Keine Vorspeise, keine Nachspeise. Nun wussten wir, weshalb, das Restaurant nicht öfters Ofen hat. Wenn es keine Touristen gibt, machen die kaum auf, die Einheimischen wollen ja nicht jeden Abend, wenn sie dann mal ausgehen, Pizza essen.

So genug lamentiert. Die Pizza war nähmlich sensationell gut.

Übrigens gab es Wein zu bestellen. Dies obwohl Norwegen-Kenner uns gesagt haben, wenn du in einem norwegischen Restaurant Wein willst, musst die ihn selber mitbringen. Sie schenken ihn dir dann gerne ein. Hätte komisch werden können, wenn wir dies gemacht hätten.

Aber erstens hatten wir keinen Wein mit und zweitens war der kredenzte Barbera ausgezeichnet. Aber servieren können oder wollen sie nicht. Es wird alles einfach auf den Tisch gestellt, den Rest soll man dann schon selber machen. Prost!

Ruhe nach dem Gipfel…

Gestern waren wir auf einer grösseren Bergwanderung. Mit dem Auto fuhren wir über eine mautpflichtige Waldstrasse an den Ausgangspunkt auf rund 700 Meter über dem Fiord. Dann ging es den „T“ entlang über eine Bergwanderroute mit einzelnen Kletterpartien über vereinzelte Schneefelder und durch etliche Moore in den Senken zu insgesamt sicherlich 7 Bergspitzen. Diesjenigen, die diese Wanderroute ausgedacht hatten, wollten wohl, dass man jeden nur möglichen „Gipfel“erklimmen soll. Der Höchste lag auf gut 1000 Meter. Aber hinter jedem ging es wieder runter, bis zum nächsten… In gut vier Stunden und etwas mehr als 12 Kilometer waren wir wieder zurück.

Also, wenn man hier von Bergspitzen redet sind dies wohl eher Hügelkuppen, die mit den Voralpen zu vergleichen sind. Da es aber keine Wege gab und man immer wieder das nächste „T“, was wohl für Tursien (Wanderweg) steht, suchen mussten, war es ein ziemliches Abenteur. Es wurde jedoch viel gemalt und bei guter Sicht sicherlich kein Problem🤔. Man lief entweder auf dem nackten Felsen, der so abgeschliffen war, dass man das Gefühl haben konnte, man wandere auf der Wirbelsäule des Berges oder man lief in samtweichem Moos, das gut und gerne bei jedem Schritt vier bis fünf Zentimeter nachgab. Ein sagenhaftes Gefühl – bis das Moos wassergetränkt war und man beim Einsinken einen Schuh voll rauszog – passierte jedem von uns glücklicherweise erst gegen Ende der Wanderung – ein paar Mal.

Ein Paradies für die Hunde. Für uns war es eine komplett neue Sicht über Berge, Seen und Fiorde – bei rund 4 Grad.

Abstieg Nr. 6 …

Heute ist Ruhetag 😴…